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Richterrecht der Arbeit - empirisch untersucht

Richterrecht der Arbeit - empirisch untersucht

Möglichkeiten und Grenzen computergestützter Textanalyse am Beispiel des Arbeitnehmerbegriffs

vonVogel, Friedemann | Pötters, Stephan | Christensen, Ralph
Deutsch, Erscheinungstermin 21.05.2015
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»Employment Law as Case Law - An Empirical Study« The authors examine fundamental questions of legal theory using German labour and employment law as an example. They implement methods of corpus linguistics for an empirical analysis of how employment law judges work and how they develop the semantic content of...

Informationen zum Titel

978-3-428-14636-9
Berlin
21.05.2015
2015
1
1. Auflage
Buch (broschiert)
364 g
235
156 mm x 233 mm x 20 mm
10 Schwarz-Weiß-Tabellen
Deutsch
Einführung: Arbeitsrecht, Methodik und Korpuslinguistik

A. Der Arbeitnehmer aus dogmatischer Perspektive: Ein Begriff mit Zukunft?

Funktion des Arbeitnehmerbegriffs: Der Arbeitnehmer als Gatekeeper – Umschreibungsversuche – Arbeitsrechtliche Begriffsbildung und Europarecht – Aktuelle Herausforderungen für Rechtspraxis und Politik – Die Tragfähigkeit typologischer Begriffsbildung

B. Korpuslinguistik – eine kurze Einführung für Rechtswissenschaftler

Korpuslinguistik: Kurze Geschichte einer jungen Teildisziplin – Methoden, Software und Algorithmen der Korpuslinguistik – Korpuslinguistische Zugänge zur Rechtssprache: Juristische Sprachmuster als Indices für Sedimente juristischer Dogmatik

C. Die fallbezogene Begriffsentwicklung beim BAG – Der Arbeitnehmerbegriff aus korpuslinguistischer Perspektive

Zum Untersuchungsdesign – Der ›Arbeitnehmer‹-Begriff in den Sedimenten der Rechtsdogmatik – Semantisches Schema und diskursive Funktion des ›Arbeitnehmers‹. Sedimente der 'herrschenden Meinung' – Nachweis diachroner Tendenzen in der Entwicklung des ›Arbeitnehmer‹-Begriffs – Die Bedeutung von 'Arbeitnehmer' und 'Arbeiter' in Medientexten

D. Der Widerspruch zwischen Theorie und Praxis der Gesetzesbindung im Arbeitsrecht

Was die Gerichte sagen – Was die Gerichte tun

E. Gesetzesbindung trotz Lücke und Richterrecht

Ab durch die Lücke – Richtermachtrecht und Richtergesetzesrecht – Wortlautgrenze ohne wörtliche Bedeutung

F. Schlussbetrachtung

Möglichkeiten und Grenzen korpusgestützter Zugänge zu juristischer Dogmatik – Was verrät die Korpuslinguistik dem Arbeitsrechtler? – Im Wesentlichen frei? Begriffsbildung im Arbeitsrecht

Über die Autoren
»Employment Law as Case Law - An Empirical Study« The authors examine fundamental questions of legal theory using German labour and employment law as an example. They implement methods of corpus linguistics for an empirical analysis of how employment law judges work and how they develop the semantic content of the particularly vague, heterogeneous and fragmentary regulatory framework of German employment and labour law. The authors also address related constitutional issues such as the limits of jurisprudence and separation of powers. In their view, the methodological questions and the constitutional problems are two sides of the same coin, as they both address the limits of language and legislation.
Die gesetzlichen Grundlagen im Arbeitsrecht bilden kein einheitliches System. Die Begriffsbildung fordert den Richter heraus, selbst eine Bewertungsgrundlage herzustellen, ohne seine Rechtsprechungskompetenz zu überschreiten. Damit verbundene Methodenfragen sind immer auch Verfassungsfragen. Besonders deutlich wird dies beim Begriff des Arbeitnehmers. Die Autoren präzisieren diese Probleme mithilfe der Sprachwissenschaft. Die Methoden der Korpuslinguistik explizieren, was Juristen schon immer getan haben, verschaffen aber der Einschätzung juristischen Handelns auch eine empirische Grundlage: Gesetzesbindung liegt nicht darin, dass sich gerichtliche Urteile aus dem Text ableiten lassen, sondern darin, dass sie ihm zugerechnet werden. Die linguistische Analyse kann die pluralistischen Wertungen der Sprecher sichtbar und verhandelbar machen. Sie zeigt zudem: auch Gesetzesrecht ist notwendig Fallrecht. Ein Beitrag zur empirischen Wende der Jurisprudenz.
Friedemann Vogel ist Juniorprofessor für Medienlinguistik an der Universität Freiburg i.Br. und Koordinator der Heidelberger Gruppe der Rechtslinguistik. Er studierte Germanistik, Psychologie und Philosophie und wurde 2011 an der Universität Heidelberg promoviert. Die Dissertation wurde mit dem Preis »Sprache und Recht« der Universität Regensburg ausgezeichnet. An der Universität Freiburg leitet er das Forschungsprojekt JuReko zum Aufbau eines Referenzkorpus des deutschsprachigen Rechts. Dr. iur. Stephan Pötters, LL.M. (Cambridge), Akademischer Rat a.Z. am Institut für Arbeitsrecht und Recht der sozialen Sicherheit, Universität Bonn. Stephan Pötters studierte Rechtswissenschaften in Bonn, Strasbourg und Cambridge. Das Referendariat absolvierte er beim LG Köln mit Stationen in Düsseldorf und Berlin. Er promovierte zum Thema »Grundrechte und Beschäftigtendatenschutz« (2013). Die Dissertationsschrift wurde mit dem Wissenschaftspreis der GDD (Bernd-Hentschel-Preis) 2013 und dem Hugo Sinzheimer Preis 2014 ausgezeichnet. Aktuell habilitiert er sich zu einem arbeitsrechtlichen Thema. Stephan Pötters ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen zum Arbeits-, Europa- und Verfassungsrecht. Dr. iur. Dr. phil. Ralph Christensen (Bonn/Mannheim), Repetitor für öffentliches Recht in Köln und Bonn und Mitbegründer der Heidelberger Gruppe der Rechtslinguistik. Ralph Christensen ist promovierter Rechtswissenschaftler und Philosoph und publiziert seit Jahrzehnten einschlägig zur Dogmatik von Verfassungsrecht, Verwaltungsrecht und Europarecht. Neben zahlreichen Veröffentlichungen unter anderem auch zu Dogmatik, Rechtstheorie und Rechtsphilosophie ist er zusammen mit Friedrich Müller Autor einer »Methodik des öffentlichen Rechts« (11. Aufl., Berlin 2013) sowie »des Europarechts« (3. Aufl., Berlin 2012), beide bei Duncker & Humblot erschienen.
Ralph Christensen is coach for public law in Cologne and Bonn and co-founder of the 'Heidelberger Gruppe der Rechtslinguistik' (Heidelberg group for legal linguistics, established in 1984). He studied Philosophy, Jurisprudence and Sociology and is a PhD legal scholar and philosopher and publishes relevant works on the dogmatics of constitutional law, administrative law and European law.

Friedemann Vogel is Professor for media linguistics at the department of Medienkulturwissenschaft at the University of Freiburg since 2012 and Coordinator of the 'Heidelberger Gruppe der Rechtslinguistik' (Heidelberg group for legal linguistics). He studied German Philology, Psychology and Philosophy and graduated to Dr. Phil. at the new-philology faculty at the University of Heidelberg in 2011. Since 2016 he is Visiting Professor at University of Siegen.
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