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München farbig

München farbig

1946-1965, Vom Trümmerfeld zum U-Bahnbau

vonWinkler, Sebastian | Schiermeier, Franz
Deutsch, Erscheinungstermin 05.08.2018
lieferbar
34,00 €
(inkl. MwSt.)
Standard
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Buntes Leben in den Ruinen Zum ersten Mal zeigt die aufwändige Publikation Farbfotos der Stadt München aus den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Farbfotos vermitteln einen für uns neuen, äußerst lebendigen Eindruck der Stadt München in dieser umwälzenden Zeit. Zwischen den Ruinen entsteht...

Informationen zum Titel

978-3-943866-64-3
München
05.08.2018
2018
Neuerscheinung
Buch (gebunden)
1649 g
300
238 mm x 277 mm x 27 mm
Farbabbildungen der Nachkriegszeit
Deutsch
Buntes Leben in den Ruinen Zum ersten Mal zeigt die aufwändige Publikation Farbfotos der Stadt München aus den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Farbfotos vermitteln einen für uns neuen, äußerst lebendigen Eindruck der Stadt München in dieser umwälzenden Zeit. Zwischen den Ruinen entsteht neues privates und geschäftliches Leben. Eine Stadt im Übergang Die Farbbilder zeigen die Stadt als Trümmerfeld, den beginnenden Neuaufbau und die Rekonstruktion der architektonischen Wahrzeichen, die Umgestaltung des Marienplatzes bis zu massiveren Eingriffen ins Stadtbild unmittelbar vor der Umsetzung des Stadtentwicklungsplans von 1963. Aber auch Oktoberfest, Fasching und Viktualienmarkt werden im Buch durch viele Fotos dokumentiert sowie die Staatsbesuche von Charles de Gaulle und Königin Elisabeth von England und die Feierlichkeiten zum 800. Stadtgründungstag im Jahr 1958. Zahlreiche Fotos mit Kraftwagen, Straßenbahnen, Lokomotiven und Flugzeugen der Zeit belegen den Verkehr in der Stadt.
Einführung
Nicht nur die Besucher von auswärts sondern auch die Einheimischen können sich heute kaum noch vorstellen, wie die Stadt vor 70 Jahren ausgesehen hat. Am Ende des Zweiten Weltkriegs, am 8. Mai 1945 war die Innenstadt Münchens zu mehr als zwei Dritteln zerstört. Mehr als 6.600 Bürger verloren dabei ihr Leben, ca. 16.000 wurden verwundet. In 73 Luftangriffen der Alliierten wurde der größte Teil der Bausubstanz, wertvolle Innenausstattungen der Kirchen, Schlösser und Bürgerhäuser und große Teile der Infrastruktur vernichtet. 80.000 Wohnungen waren total zerstört, ein Drittel des Vorkriegszustandes.
Von vielen architektonischen Wahrzeichen der Stadt standen nur noch die Außenmauern: Frauenkirche, Residenz, Altes Rathaus, Neue und Alte Pinakothek, Glyptothek und Odeon, um nur einige zu nennen. Das Nationaltheater war zerstört, aus dem Residenztheater konnten wenigstens die wertvollen Rokoko-Schnitzarbeiten ausgelagert und gerettet werden. Mehr als die Hälfte der rund 200 Kirchen in der Stadt war schwer beschädigt.

Ein Weiterleben in dieser Ruinenlandschaft schien unmöglich. Der Kunsthistoriker Wilhelm Hausenstein schreibt in seinen Erinnerungen: „Der Eindruck ist grausig. Ich kann mir nicht denken, wie München je wieder zur Repräsentation dessen, was es gewesen ist, wiederhergestellt werden soll. Nicht als ob dies in sich unmöglich wäre. Aber die Herstellung wird nicht praktikabel sein, zumal im Zusammenhang mit dem Ruin der anderen Städte; sauf l’imprevu. Allein schon das Aufräumen, das Abtragen! Wird man wesentliche Ruinen stehen lassen und anderwärts, außerhalb Neues bauen? Wird man? Und wann? Werden Generationen zwischen, neben Trümmern leben? Der Untergang der Stadt ist im großen ganzen so radikal, dass ich mir eine Erneuerung nicht vorstellen kann, in technischer wie in wirtschaftlicher Hinsicht.“ Eine Zukunft für die Stadt München schien es für diesen Standort nicht zu geben.
Der von den Nationalsozialisten 1933 abgesetzte und von der amerikanischen Besatzungsmacht wieder einberufene Oberbürgermeister Karl Scharnagl ermahnte seine Mitbürger zur Ruhe und Ordnung aber auch zu gegenseitiger Hilfsbereitschaft in der „schwersten Zeit, die jemals unsere liebe Stadt München durchzumachen“ hat.

Die Diskussion um den Wiederaufbau der Stadt wurde im Wesentlichen bestimmt von der Devise, die Oberbürgermeister Scharnagl formuliert hatte: „München will stark am alten Stadtbild und seiner Behaglichkeit festhalten.“ Schon vor Kriegsende hatten Planer und Städtebauer wie Stadtbaurat Karl Meitinger, der spätere Wiederaufbaureferent Karl Preis und Georg Lill, der Leiter des Landesamts für Denkmalpflege sich darauf geeinigt, das herkömmliche Bild der „alten“ Stadt weitgehend wieder zu verwirklichen. Sehr konkret, wenn auch unter großen Mühen wurde dieser Plan umgesetzt, wie Carmen Enss in ihrem Buch „Münchens geplante Altstadt“ detailliert nachweist.

Die Wahrung oder Wiederherstellung des historischen Erscheinungsbildes entsprach nicht nur der konservativen Grundeinstellung der Bürger und der Verantwortlichen, sondern auch dem Wunsch, die Attraktivität der Stadt für den Fremdenverkehr wieder herzustellen.
Der ehemalige Stadtbaurat Karl Meitinger hatte in seiner Denkschrift zum Wiederaufbau „Das neue München“ bereits 1946 alle Ziele formuliert, die dann auch weitgehend umgesetzt wurden – gegen die Proteste der Vertreter einer moderneren Architektur. V.a. bemühte man sich, den Charakter der mittelalterlichen Struktur der Altstadt in ihren Straßenverläufen und Platzanlagen zu übernehmen. Nur in wenigen Fällen wurden Straßen- und Platzräume aufgeweitet oder verändert, u.a. wurde die südliche Bauflucht des Marienplatzes zurückgesetzt, im Verlauf der Kaufinger- und Neuhauser Straße wurden Arkaden eingebrochen, die heute, wie an der Akademie, wieder gefährdet sind. Größere Stadtumbauten geschahen vor allem im Anger-Viertel. Der Oberanger wurde zu einer Durchgangsstraße, die alten Blockstrukturen im Bereich Rindermarkt, St.-Jakobs-Platz und an der Einmündung der Blumenstraße wurden aufgebrochen. Der vormals dicht bebaute Marienhof nördlich des Rathauses wurde nicht wieder bebaut.

Das heutige Bild einer scheinbar alten, historisch gewachsenen Stadt, in der die Spuren der nahezu völligen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg getilgt sind, ergibt sich zum Einen aus der weitgehenden Übernahme der alten Strukturen. Zum Anderen wurden die für das Stadtbild prägenden Monumente, die Kirchen, die Bauten der Wittelsbacher und zumindest einige der Profanbauten wieder rekonstruiert.
In den ersten Jahren des Wiederaufbaus war die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt nicht abzusehen. Mehr als andere deutsche Städte hatte München jedoch schon unmittelbar nach Kriegsende einen unaufhaltsamen Zustrom der Bevölkerung zu verzeichnen. Viele der 400.000 in den letzten Kriegsjahren evakuierten Bürger kehrten in die Stadt zurück. Ein von der Militärregierung verordnetes Zuzugsverbot mit max. 520.000 Einwohnern war nicht durchsetzbar. Bis 1949 bestand die Hauptaufgabe der Bautätigkeit in der Sicherung noch vorhandenen Wohnraums und der Erstellung von Notbehausungen, erst danach wurden auch im größeren Umfang Neubauten errichtet.

München 1958
Erst 1952 war sämtlicher Trümmerschutt abgeräumt – ca. 7,5 Millionen Kubikmeter, die auf drei Endkippen verbracht wurden: das Oberwiesenfeld, heute Olympiapark, der Luitpoldpark und der Neuhofener Berg in Mittersendling, heute noch sichtbares Zeugnis der Zerstörung der Stadt.
In erstaunlich kurzer Zeit begann sich das politische, wirtschaftliche und kulturelle Leben in der Stadt wieder zu normalisieren. Mit der Währungsreform von 1948 kam es zu einem rasanten wirtschaftlichen Aufschwung, dem Wirtschaftswunder der 1950er-Jahre. München wurde zu einem der bedeutendsten Industriestandorte in Deutschland. Wesentlichen Anteil hatte dabei auch der Umzug großer Unternehmen wie der Firma Siemens von Berlin nach München. Zur festlichen 800-Jahr-Feier des Stadtjubiläums im Jahr 1958 war die Stadt mit ihren historischen Wahrzeichen weitgehend wiederaufgebaut, nur noch einzelne Ruinen wie das Nationaltheater und das Verkehrsministerium erinnerten an die Zerstörung. Wie im Zeitraffer wird auf den hier gezeigten Bildern deutlich, dass aus einer Ruinenlandschaft in wenigen Jahren wieder eine funktionierende Großstadt entstanden ist.


Franz Schiermeier

München, Juni 2018
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