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München Ortstermin

München Ortstermin

Die Stadt nach dem Krieg und heute

vonWinkler, Sebastian | Schiermeier, Franz
Deutsch, Erscheinungstermin 14.09.2020
lieferbar
18,90 €
(inkl. MwSt.)
Standard
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München nach dem Zweiten Weltkrieg. Bis in die 1960er Jahre ist die Innenstadt geprägt von den Zerstörungen der Luftkriege und dem bald beginnenden Wiederaufbau. Nicht wenige erhaltene ­Gebäude wurden aber auch erst Jahre nach Kriegsende dem drängenden Wiederaufbau geopfert: eine zweite Zerstörung der Stadt....

Informationen zum Titel

978-3-943866-95-7
München
14.09.2020
2020
1
Erste Auflage
Buch (broschiert)
701 g
240
165 mm x 230 mm x 20 mm
Historische und die identischen aktuellen Ansichten
Deutsch
München nach dem Zweiten Weltkrieg. Bis in die 1960er Jahre ist die Innenstadt geprägt von den Zerstörungen der Luftkriege und dem bald beginnenden Wiederaufbau. Nicht wenige erhaltene ­Gebäude wurden aber auch erst Jahre nach Kriegsende dem drängenden Wiederaufbau geopfert: eine zweite Zerstörung der Stadt. München heute Den historischen Bildern der 1950er und 1960er Jahre sind entgegengestellt Bilder von heute, die zum Einen geprägt sind von einer wahren Flut von Baustellen und ­Neubauten und Anfang des Jahres 2020 auch von den ­erheblichen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das städtische Leben und die Bilder der Stadt.
Wir erleben – und erleiden – die Stadt in ihrer Veränderung. Auch wenn es manchmal nur wenige Monate sind, die wir bewusst wahrnehmen, erfahren wir, wie schnell sich Orte in der Stadt verändern.
Aber es gibt auch Entwicklungsphasen in der Geschichte der Stadt, in denen Wechsel und Umbau zum prägenden Element werden. Ich lebe seit mehr als 40 Jahren in München – noch nie habe ich so viele Baustellen und Baukräne in der Stadt gesehen wie jetzt im Sommer 2020. Die Straßen werden aufgerissen für den Ausbau der Infrastruktur, für Digitalisierung, Fernwärme und Fernkälte, über Jahre wird der U-Bahnhof Sendlinger-Tor-Platz umgebaut und über noch längere Zeit bestehen die Baustellen für den Bau der 2. Stammstrecke der S-Bahn in der Innenstadt. Dazu kommen große Baustellen im Werksviertel, u.a. für die neue Philharmonie und Ersatzbauten in Sendling.
Es werden aber seit Jahren auch Bauten abgerissen, die in den 1950er und 1960er Jahren entstanden sind und durch Neubauten ersetzt. Bei unserer Suche nach den Bildmotiven der „alten” Bilder waren manche Orte nicht mehr wiederzuerkennen.
Mehr als je in der Stadtgeschichte ist die Nachkriegszeit geprägt von Veränderungen: Bis in die 1960er Jahre ist v. a. die Innenstadt durchwachsen mit den Ruinen der Zerstörungen durch die Luftangriffe aber auch mit hunderten von Behelfsbauten, die innerhalb kürzester Zeit auf den abgeräumten Ruinengrundstücken entstehen.
Gerade in den besseren Geschäftslagen begleiten diese eingeschoßigen Bauten das Wirtschaftswunder der 1950er Jahre. Ein Zeichen für den Aufschwung sind die vielen Pelzgeschäfte, die wir auf den Fotos gefunden haben. Die letzten Behelfsbauten dieser provisorischen Stadt verschwinden erst in den 1990er Jahren – seltene Überbleibsel wirken heute inzwischen fast romantisch wie das Lindwurmstüberl an der Herzog-Heinrich-/ Lindwurmstraße und ein Behelfsbau an der Nordend-/Georgenstraße.
Offensichtlich wird auf den „alten” Bildern auch – im Vergleich mit der Situation von 2020 – wieviele noch erhaltene Bauten nach Kriegsende verändert, bereinigt bzw. ganz zerstört werden. Sebastian Winkler hat das maßgebliche Buch des Architekten Erwin Schleich genannt: „Die zweite Zerstörung Münchens”. Es ist nicht nur das – vielen Münchnerinnen und Münchnern geläufige – nahezu vollständig erhaltene Roman-Mayr-Haus am Marienplatz, Schleich führt in seinem Buch zahlreiche Beispiele an für Zerstörungen von wichtigen Münchner Bauten, die vom Luftkrieg nur teilweise, kaum oder gar nicht beschädigt sind. Hinzu kommt der „Modernisierungswahn” der Nachkriegszeit, in dem erhaltene, historische Fassaden „bereinigt” werden – auf den folgenden Seiten gibt es dafür viele Beispiele. Auch die strukturellen Veränderungen sind offensichtlich: Bis zur Einrichtung der Fußgängerzonen fließt der gesamte Verkehr durch die Altstadt – zahlreiche Bilder der Zeit zeigen die teils chaotischen Zustände wie am Stachus.

Mit dem Ausbau zu einer „autogerechten” Stadt werden die großen Plätze wie der Stachus, der Sendlinger-Tor-Platz und der Isartorplatz zu eintönigen Verkehrswüsten, manche Grünanlage fällt der Vekehrsplanung zum Opfer.
Die Zentrierung der Geschäftslagen auf die Fußgängerzonen und die Zunahme des Internethandels führen aber gleichzeitig auch dazu, dass die unmittelbar benachbarten Stadtgebiete vieles von ihrem urbanen Leben verlieren.
Corona-bedingt sind viele der Orte auf den aktuellen Fotos leer: Geisterorte – reduziert auf ihre städtebauliche und architektonische Wirkung wirken sie fast bedeutungslos.
Der Lebensraum Stadt erscheint während des Lockdowns zum Einen labil und gefahrvoll, manche Kaufhäuser – selbst der Kaufhof am Stachus – werden wohl schließen und weitergehende Veränderungen sind noch nicht absehbar. Defizite im Stadtraum werden offensichtlich, wenn die Bewohner auf der Suche nach Freizeitmöglichkeiten innerhalb der Stadtgrenzen suchen – wie deutlich wurde der Wert der Isar, der großen und der kleinen Grünanlagen und auch der Friedhöfe als Erholungsräume.
Andererseits haben viele Straßenräume durch die pragmatischen und unkonventionellen Maßnahmen der Stadtverwaltung gewonnen: Pop-up-Fahrradwege verbessern die Verkehrsmöglichkeiten für die stark steigende Zahl der Radfahrer und die Vervielfachung der
Freischankflächen hat manchen Orten viel urbanes Leben geschenkt – wir werden sehen, was davon in Zukunft bleibt.
Die Epidemien des 19. Jahrhunderts – Cholera und Typhus – haben durch deren Bestandsaufnahme und kritische Analyse und der daraus gewonnenen Erkenntnisse und Forderungen v.a. durch Max von Pettenkofer die Infrastruktur und das Leben in der Stadt grundlegend verändert. Noch heute basiert unser großstädtisches Leben auf den weitreichenden Maßnahmen der Stadtverwaltung wie einer neuen Kanalisation, einer neuen Wasserversorgung, aufwändigen städtischen Einrichtungen wie dem Vieh-und Schlachthof und der Großmarkthalle. Es bleibt zu wünschen, dass die Konsequenzen der aktuellen Erfahrungen zu ähnlich mutigen Schritten führen.
Das Buch wäre ohne die Sammlung von Sebastian Winkler nicht entstanden, der über viele Jahre ein besonderes Augenmerk auf diese Epoche der Stadtgeschichte geworfen hat. Ihm habe ich zu danken für seine Beharrlichkeit, das Vertrauen in unser Buchprojekt und die spannende Zusammenarbeit.
Ebenso danke ich Edgar Hohl für die unermüdliche Suche nach den Motiven, den passenden Zeiten und die Bearbeitung aller Bilder.
München, August 2020 Franz Schiermeier
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